Afrikanische Lebensfreude trotz Regen

Seit 25 Jahren leistet "Terra Tech Förderprojekte e.V." mit lokalen Partnern weltweit erfolgreiche Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Anlass genug, um sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, Spendern und Freunden zu bedanken. Zum Jubiläum gab am 25.06.2011 ein großes Afrika-Festival. Ein afrikanischer Markt, Live-Musik und eine Party bis in die frühen Morgenstunden luden zum Mitfeiern ein.

Trotz grauer Wolken, eher kühler Temperaturen und hessischem Dauerregen fanden sich bereits zur Eröffnung des Marktes um 15 Uhr schon zahlreiche Besucher auf dem Gelände der Marburger Waggonhalle ein und ließen sich von der afrikanischen Atmosphäre traditioneller Rhythmen und exotischer Düfte anstecken. An 18 Ständen konnten Interessierte Stoffe und Kleider, Kunsthandwerk, afrikanische Lebensmittel und Spezialitäten erwerben. Besonders belagert wurde der Stand mit dem eritreischen Essen.

Sehr gut besucht waren zudem die zwei, von Amadabo Diallo aus dem Senegal geleiteten, Trommelworkshops. Darüber hinaus fand im Rotkehlchen eine Kunstausstellung mit Werken lokaler Künstler statt, von denen einige zugunsten von Terra Tech ersteigert werden konnten. Die Spielfreude der Musiker beim Soundcheck lockte schon vor Beginn des Live-Programms viele Besucher ins Innere der Waggonhalle.

Dieses begann dann um 17 Uhr. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Terra Tech-Vorsitzenden Friedrich Bohl und einem kurzen Einblick in die aktuelle Projektarbeit des Vereins durch Dr. Gangolf Seitz übernahmen die Musikgruppen die Bühne in der Waggonhalle. Das bunte Programm riss das Publikum mit und verleitete es zu heißen Tanzeinlagen. Spätestens jetzt war das graue Wetter draußen vollends vergessen.

Den Auftakt machte dabei das "Kimba Djembé Orchestra" der Marburger Djembé-Schule "la percussion". Westafrikanische Rhythmen mit Djembén, Doundouns (Basstrommeln), Krins (Schlitztrommeln), Kleinpercussion und Gesang versetzten das Publikum in erste, noch vorsichtige, Bewegungen. Diese wurden spätestens beim Auftritt der "No Tears" aus Cölbe richtig ausgelassen. Die fünfköpfige Band um die aus Sambia stammenden Geschwister Oggie (Gesang, Gitarre), Tamara und Latricia Lauer (beide Gesang) hielt ihr Versprechen und bot "African Reggae, der groovt".

Im Anschluss zeigte Amadabo Diallo, dass er nicht nur als Trommellehrer begeistert bei der Sache ist, sondern dass drei Trommler, ein Kora-Spieler (westafrikanische Stegharfe), Gesang und ekstatische Tanzeinlagen die gutgefüllte Waggonhalle so richtig in Schwung versetzen können. Damit bereitet seine "Group Jokko" aus Gießen den Weg für die letzte Band des Abend: "Sidikie and the Contry Body". Der in Sierra Leone geborenen Bandleader Sidikie Coker aus Berlin inszenierte noch eine Theatereinlage bevor er mit seiner Band dem Publikum mit "African Folklore" noch mal so richtig einheizte.

Dass ab 23 Uhr aufgrund von Lärmschutzbestimmungen ins benachbarte Rotkehlchen umgezogen werden musste, tat der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch. Hier begeisterte das Frankfurter DJ-Team "Dubs Till Dawn" sein Publikum bis weit in die frühen Morgenstunden mit Dancehall, Reggae und Dubplates.

Ausgelassene Stimmung und afrikanische Lebensfreude - trotz grauen Himmel und Regenschauer war das Festival ein voller Erfolg. "Aufgrund des Wetters hätten wir nie mit einem solchen Andrang gerechnet. Auch das Interesse an unsere Arbeit war sehr groß, unser Infostand hatte sehr viele Anfragen," berichtet Terra Tech-Geschäftsführer Immanuel Jacobs erfreut.

"Zum Schluss möchte ich noch einen Riesendank aussprechen an alle Helfer, die das Festival möglich gemacht haben, und natürlich an die Besuchern für die tolle Stimmung. Da zeigt sich, dass sich die ganze Vorbereitungstzeit und die Arbeit gelohnt haben," betont Jacobs und fügt an, dass nach dem Fest vor dem Fest ist - zumindest im Jubuiläumsjahr. Denn am 4. September lädt Terra Tech zum Jubiläumskonzert in die Marburger Stadthalle ein. Ab 20 Uhr spielt die Philharmonie Merck ein Programm mit Werken von Beethoven, Mozart und Brahms. Die Karten zu einem Eintrittspreis zwischen 10 und 30 Euro sind absofort erhältlich. Weitere Informationen zum Konzert finden Sie hier.


Presseschau zum Afrika-Festival