Bosnien

Mehr als ein Jahrzehnt ist seit dem Ende des schrecklichen Bürgerkriegs in Bosnien- Herzegowina vergangen. Die Auswirkungen für das gemeinschaftliche Zusammenleben und die wirtschaftliche Situation sind bis heute spürbar. Von einem niedrigen Lohnniveau und einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit ist besonders das zentralbosnische Kanton Zenica-Doboj geprägt. Die ohnehin schwere Lebenssituation stellt sich hier gerade für Menschen mit Behinderung extrem schwer dar. Ihre Chancen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist - nicht nur wegen der prekären wirtschaftlichen Situation, sondern auch wegen sozialer Vorbehalte – sehr gering. Im ganzen Land werden Menschen mit Behinderung stark stigmatisiert, teilweise sogar von ihren Familien vor der Öffentlichkeit verborgen. Hinzu kommen fehlende therapeutische Möglichkeiten bzw. fehlenden Finanzanzierungsmittel, um die spärlich vorhandenen therapeutischen Angebote in den Städten wahrnehmen zu können.

Dieses Defizit in der sozialen Versorgung hat zu einer zivilgesellschaftlichen Initiative geführt, aus welcher der bosnische Verein Humanost hervorgegangen ist. Der Verein und seine Erfolge wären ohne den persönlichen Einsatz des Erfurters Georg Schiel undenkbar. Als Flüchtlingshelfer ist er Ende der 90er Jahre nach Bosnien gekommen und seitdem für die Belange der sozial Benachteiligten im Einsatz. 2007 hat der von ihm ins Leben gerufene Verein Humanost mit einem Förderzentrum für behinderte Kinder und Jugendliche in der Stadt Maglaj ein erstes Zeichen gegen die fehlenden Strukturen gesetzt. 2008 folgte der Bau eines Frühförderzentrums für Kleinkinder in Zenica, der am 24. September 2009 feierlich eingeweiht wurde. Mit Gedichten und Tänzen wurde die Zeremonie von Kindern des städtischen Kindergartens eröffnet. Es folgten Ansprachen des Bürgermeisters von Zenica und des deutschen Botschafters Joachim Schmidt. Er würdigte die Einrichtung „als sehr wichtigen Beitrag für die bosnische Gesellschaft und die Integration junger Menschen mit Behinderung“ und hob das zivilgesellschaftliche Engagement einzelner hervor.

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