
Terra Tech - Hilfe braucht Ideen
Sein Dank richtete sich neben dem bosnischen Verein Humanost, der Träger der Einrichtung ist, auch an Terra Tech. Wir hatten als technischer Partner mit finanzieller Unterstützung des deutschen Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Bauprojekt umgesetzt. Die Kosten betrugen ca. 400.000 Euro. In Fragen der Ausstattung und des Therapieangebotes war die Lebenshilfe Plauen gGmbH als fachlicher Partner im Einsatz. Für den nun laufenden Betrieb des Zentrums sind die Gemeinden des Kantons verantwortlich. Dementsprechend waren auch 12 Bürgermeister anwesend, denen symbolisch ein Schlüssel und ein Vertrag überreicht wurden. Die Kinder, die nun das Zentrum zur Therapie nutzen, kommen aus Familien, die in den 12 Gemeinden des Kantons leben. Sie sind im Alter von null bis sechs Jahren und weisen körperliche, geistige, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklungsrückstände und/oder Behinderungen auf.
„Aus Scham wurden die Kinder von ihren Eltern oder Angehörigen versteckt und vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Sie haben den ganzen Tag zu Hause verbracht, ohne das sich jemand mit ihnen beschäftigt hat. In ganz Bosnien gibt so gut wie keine Therapiemöglichkeit“, beklagte die Geschäftsführerin von Humanost, Dzenana Ceremic, die Situation noch vor einigen Monaten. Mit Heil- und Hilfsmitteln, die zum Teil aus Deutschland kommen, sowie einem umfassendem Therapieangebot (Physiotherapie, Logopädie, Psychologie etc.) wird der Mangel an Möglichkeiten langsam, aber effektiv angegangen. Es gilt als erwiesen, dass sich die Erfolgschancen therapeutischer Maßnahmen für Kleinkinder in dem Maße erhöhen, je früher mit etwaigen Behandlungen begonnen werden kann. Die Frühförderstelle ist zunächst auf einen Bedarf von 160 Kindern ausgelegt, wobei geschätzte 280 von Behinderung betroffene oder bedrohte Kinder in der Region leben. Langfristiges Ziel ist es, die Kinder, aus denen irgendwann Erwachsene werden, in die Gesellschaft zu integrieren. Im nächsten Schritt ist daher eine Erweiterung der bestehenden Einrichtungen und später der Bau einer Behindertenwerkstatt denkbar - so die Zukunftsvision von Humanost.