Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Theresa und zwei Mitarbeiterinnen vor dem Geburtshaus in Bo

Ein kräftiger Kinderschrei hallt durch die Räume der M. M. Maternity Clinic. Abgekämpft, aber glücklich hält Mutter Finda* ihre Tochter Alice* im Arm. Das Mädchen ist der neuste Schützling, der in der Obhut von Theresa Mansaray und ihrem Team das Licht der Welt erblickt.

Bei rund 3.500 Geburten war die gelernte Krankenschwester und Hebamme bisher dabei. „Jedes Mal ist es etwas besonders, einem kleinen Menschen gesund auf die Welt zu helfen und die glücklichen Augen der Mutter zu sehen,“ berichtet Theresa gerührt. Sie weiß, welchen Stellenwert ein guter Start ins Leben in Sierra Leone hat. Denn eine erfolgreiche Geburt ist in dem westafrikanischen Land Sierra Leone nicht selbstverständlich.

Trotz aller Bemühungen in den letzten Jahren, ist die Kindersterblichkeit noch immer hoch. 105 Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verzeichnen die Vereinten Nationen auf 1000 Geburten in Sierra Leone. Damit belegt das Land weltweit einen der hintersten Plätze. Auch die Müttersterblichkeit ist erschreckend hoch, Schätzungen zufolge sterben bis zu 6% der Frauen während der Schwangerschaft oder an Geburtsfolgen. Gründe sind schlechte medizinische Versorgung, unzureichende Ernährung und die gesellschaftliche Situation der Frauen. Nur knapp 10 % der Frauen haben eine Sekundar- oder Hochschulausbildung absolviert, frühe Schwangerschaften, Kinderehen oder Missbrauch sind keine Seltenheit. Viele Frauen sind ein Leben lang von ihren Familien oder Ehemännern abhängig.

Theresa Mansaray
In den 1970er Jahren lernte Dr. med. Gangolf Seitz, Vorsitzender von TERRA TECH, die Schwesternschülerin Theresa Mansaray während seiner Zeit als Arzt in Sierra Leone kennen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur  Krankenschwester und Hebamme eröffnete sie in den 80er Jahren ihr erstes Geburtshaus in der Stadt Blama. Als Anfang der 90er Jahre der Bürgerkrieg ausbrach, wurde sie vertrieben, das Geburtshaus von Rebellen zerstört. Mehrere Jahre musste sie in Flüchtlingslagern zubringen und sich und ihre große Familie mühsam ernähren. Doch die tatkräftige Frau ließ sich nicht unterkriegen. „Aufgeben war für mich nie eine Option. Ich bin für meine Familie verantwortlich und die Mütter und ihre Kinder brauchen mich,“ sagt Theresa. Nach dem Krieg konnte sie mit Unterstützung von TERRA TECH und privaten Helfern am Rande der Stadt Bo ein einfaches Gebäude errichten, in dem sie 2002 ihre Hebammentätigkeit wieder aufnahm. 2009 folgte ein Erweiterungsbau, 2012 wurde eine Solaranlage installiert. Mittlerweile wird das Geburtshaus von Theresas Tochter Agnes weitergeführt, sodass die Zukunft der Einrichtung gesichert erscheint.

Ein besonderer Ort
Für Schwangere und junge Mütter aus Bo und den umliegenden Dörfern ist das Geburtshaus ein besonderer Ort. Hier erhalten die Frauen und ihre Kinder kostenlos eine kompetente Versorgung während der Schwangerschaft, eine Geburt unter sicheren Bedingungen und Betreuung nach der Entbindung. Daneben organisiert das Team Stillgruppen und Aufklärungskampagnen zu verschiedenen Themen wie Familienplanung, Verhütung, Ernährung und Malaria-Prophylaxe. „Rund 25 Euro kostet die medizinische Hilfe pro Mutter,“ sagt Theresa. Ein Betrag, den die Klinik aus staatlichen Zuschüssen und Spendengeldern finanziert.

Bescheiden aber überlebenssichernd
Das Geburtshaus umfasst eine Veranda als Warteraum für die Patient_innen, ein Sprechzimmer, zwei Krankenzimmer und den Entbindungsraum mit Vorraum, in dem sich Mutter Finda* und Tochter Alice* gerade von der Geburt erholen. Separat gebaut sind ein Küchengebäude sowie ein hallenartiges Gebäude mit Vorratsräumen, einem Behandlungsraum sowie einer Halle für Schwangerschafts- und Mütterberatungen und Festlichkeiten. Aus westlicher Sicht ist die Ausstattung des Geburtshauses extrem einfach. Die Einrichtung besteht aus wenigen aus Deutschland gespendeten Krankenbetten und einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Dazu kommen einfache Tische und Hocker aus heimischer Produktion. Zur Untersuchung der Patientinnen gibt es ein Blutdruckmessgerät und ein Stethoskop. Der Geburtsfortgang wird durch manuelle Untersuchung und ein Hörrohr überprüft.

Aufgrund eines Blitzschlages in die Solaranlage kann nur noch der Entbindungsraum elektrisch beleuchtet werden, die übrigen Räume erhellen Kerosinlampen und Kerzen. Fließend Wasser gibt es nicht, die Wasserversorgung sichert ein eigener Brunnen mit Handpumpe. Trotz dieser Bedingungen ist die Ausstattung und die Qualität der medizinischen Hilfe besser als in den staatlichen Kliniken. Der Einsatz von Theresa und ihrem Team bedeutet für die betreuten Frauen Sicherheit und Selbstbestimmung. Aus diesem Grund ist die Zahl an betreuten Frauen und Geburten über die Jahre kontinuierlich gestiegen.

*(Namen anonymisiert)

 


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