Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: vier Schüler bei einer Unterrichtseinheit an der Steinmühle in Marburg

"Mein Leben anderswo." - So lautet das Motto einer Projekteinheit für die 6. Klassen des Landschulheims Steinmühle in Marburg. In regelmäßigen Abständen sind TERRA TECH-Mitarbeiter_innen in die jeweils dreiwöchigen Einheiten als Expert_innen eingeladen, um von der internationalen Projektarbeit des Vereins zu berichten. Anhand des Lebens eines Kindes aus Sierra Leone können die Schüler_innen so sehr lebendige Eindrücke gewinnen.

Aufbau der Projekteinheiten
Für jede 6. Klasse der Steinmühle wird von den Lehrer_innen eine Projekteinheit im Umfang von 24 Schulstunden, verteilt auf drei Wochen, organisiert. In dieser Zeit beschäftigen sich die Schüler_innen in Gruppenarbeiten mit dem Leben von Kindern in verschiedensten Erdteilen und gesellschaftlichen Situationen. Jeder Gruppe ist es freigestellt, sich anhand von Büchern ein "Musterleben" zu suchen. Dieses Musterleben sollen dann nach und nach näher betrachtet und mit der eigenen Situation verglichen werden. Als Endprodukt soll jede Gruppe ihre Ergebnisse auf einem Plakat festhalten, diese Werke sind dann als Teil einer Ausstellung im Schulgebäude vorgesehen. Der Expertenbesuch durch die TERRA TECH-Mitarbeiter_innen erfolgt in der zweiten Hälfte des Programms, um den Schüler_innen spannende und praktische Einblicke zu geben.

Ziel der Bildungsarbeit durch TERRA TECH
Für uns ist es wichtig, den Schüler_innen zu zeigen, dass es weltweit sehr unterschiedliche Lebenssituationen gibt. Daher sind sie zunächst eingeladen am Spiel "Privilegienscheck" teilzunehmen. Jede_r Teilnehmer_in bekommt eine Rolle zugelost, die eine Lebenssituation beschreibt. Abhängig von dem Rollenbild kann bei den anschließenden "Ja-Antworten" eine Schritt nach vorne gemacht werden. Bei "Nein-Fragen" wird die eigene Position nicht verändert. So kristallisiert sich schnell ein Ungleichgewicht zwischen den Teilnehmer_innen heraus. Oft verläuft ein feststellbares Ungleichgewicht dabei parallel der Grenze zwischen globalem Süden und globalem Norden, allerdings gibt es Ungleichgewicht auch innerhalb von Gesellschaften. Im Privilegienscheck berücksichtigen wir dies dadurch, dass ein Kind aus der brasilianischen Oberschicht ähnlich positioniert ist wie Kinder mit europäischem Hintergrund. In der anschließenden Auswertungsrunde werden die Schüler_innen gebeten, zunächst ihre jeweiligen Rollen vorzustellen und ihre Empfindungen zu beschreiben. Dabei kommt es zu teils sehr starken Reaktionen, besonders zentral ist hier die Frage, ob sich die Teilnehmer_innen ihre Situation aussuchen konnten. "Meine Rolle war total mies. Ich konnte gar nichts tun", so die empörte Aussage eines Teilnehmers.

Projektarbeit von TERRA TECH
Im Anschluss an den Privilegienscheck berichten unsere Mitarbeiter_innen von den TERRA TECH-Projekten in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe. Hierbei stehen vor allem die Maßnahmen in den jeweiligen Projektländern aber auch die Tätigkeiten in Deutschland im Fokus. Durch rege Fragen der Schüler_innen entwickelt sich ein enger Austausch. Besonders wenn wir die einzelnen Gruppen einladen ihre bisherigen Ergebnisse kurz vorzustellen. Oft ergeben sich aus diesen Vorstellungen sehr konkrete Verbindungen zur Arbeit von TERRA TECH. Beispielsweise berichtete eine Gruppe vom Bau eines Brunnens für ein laotisches Dorf. Die daraus resultierenden Erleichterungen im täglichen Leben von Frauen und Kindern waren auch Bestandteil eines TERRA TECH-Projekts in Eritrea.

Hawa aus Sierra Leone
Am Beispiel von Hawa, eines etwa 10-jährigen Mädchens aus dem ländlichen Osten von Sierra Leone, können wir den Schüler_innen in Marburg vermitteln, wie die Lebensrealität vieler ihrer Altersgenoss_innen in dem westafrikanischen Land ist. Besonders entsetzt sind die Zuhörer_innen über den oft sehr langen Schulweg (rund 1 Stunde zu Fuß), die Zustände in den Schulen (teils 80 Schüler_innen pro Klasse, oft ohne Bänke und Stühle) und den Umgang der Lehrer_innen mit ihren Schüler_innen (Schläge mit dem Rohrstock und Mithilfe in den Haushalten der Lehrer_innen). In einer anschließenden Diskussionsrunde befragen wir die Schüler_innen, wie sie die Situation der Kinder verbessern würden. So kommen sehr schnell alle Ansätze zur Sprache, die auch unsere Child-Friendly-Schooling-Maßnahmen vor Ort umfassen. In dieser Diskussionsrunde zeigt sich auch, dass den Schüler_innen in Deutschland klar ist, dass neben den notwendigen strukturellen Änderungen vor allem fehlendes Geld eine Herausforderung für nachhaltige Veränderungen ist. Daher erarbeiten wir abschließend gemeinsam Ideen, wie sich jede_r Einzelne für benachteiligte Menschen in verschiedensten Teilen der Welt einsetzten kann.



Weitere Links zum Thema:

Projektwoche Nidderau


Unterstützen Sie unsere Arbeit:

TERRA TECH Förderprojekte e.V.
Sparkasse Marburg-Biedenkopf
IBAN: DE46 5335 0000 0000 0444 40
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