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Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Drei Schüler und eine Schülerin sitzen in ihrer Schule und lernen

Haile ist aufgeregt, wenn er an die nächsten Wochen denkt. Bald stehen für den 18-jährigen die Abschlussprüfungen an. Wie für die 1.800 Schüler_innen seiner Schule in Bati entscheiden die Ergebnisse dieser Prüfungen über die Zukunft. Wenn Haile die Prüfung erfolgreich meistert, darf er studieren gehen. Damit kommt er seinem Ziel näher, in ein paar Jahren selbst als Lehrer zu arbeiten. Für diesen Traum investiert der junge Mann viel.

Neben dem Unterricht besucht er auch kostenlose Nachhilfestunden. Trotz aller Aufregung ist Haile daher zuversichtlich, dass er die Prüfungen besteht. Dies war nicht immer so.

Aus seinem persönlichen Umfeld kennt Haile einige junge Menschen, die sich aus Verzweiflung zur Flucht entschieden haben. Auch er hat schon mal mit dem Gedanken gespielt. Denn der soziale Druck ist groß. Mit zunehmendem Alter steigen die Erwartungen der Familien, dass die jungen Menschen etwas zum Einkommen beitragen. Große Klassen, fehlende individuelle Unterstützung und Lehrer, denen es oftmals an didaktischen Kenntnissen mangelt, schaffen ein schwieriges Lernumfeld. Viele Prüflinge sind nicht auf die zentralen staatlichen Prüfungen vorbereitet. Als Folge dessen versuchen etliche Schulabbrecher_innen ohne Abschluss ihr Glück. Flucht ist die Antwort vieler auf diese Perspektivlosigkeit. Seit 2015 sind über eine Million Menschen, vor allem Personen zwischen 13 und 35 Jahren, aus Äthiopien geflohen. 38 Prozent davon haben die Schule abgebrochen, um auszuwandern.

An diesem Punkt setzt das Projekt von TERRA TECH und KELEM an. Gemeinsam bieten wir Schüler_innen kostenfreien Nachhilfeunterricht sowie berufsvorbereitende Kurse. Die Vermittlung von Soft Skills, wie beispielsweise Teamarbeit, ist dabei unerlässlich. Trotz widriger Umstände können sie so ihren Abschluss erlangen und einen Einstieg ins Berufsleben finden. Über 30.000 gefährdete Schüler_innen werden mit Aufklärungskampagnen für die Wichtigkeit von Bildung sensibilisiert sowie über die Gefahren von Flucht und Migration aufgeklärt. Aufklärungskampagnen finden auch für das Umfeld der jungen Menschen statt. Die Einbindung der Gesellschaft ist wichtig, da die Jugendlichen zu Hause sogar oftmals motiviert werden zu fliehen, um aus dem Ausland Geld zu schicken. Zusätzlich werden 500 Lehrer_innen fortgebildet, vor allem im didaktischen Bereich. Sie werden zudem mit geeignetem Lehrmaterial ausgestattet. So können sie künftig die Schüler_innen besser motivieren und erfolgreich auf die wichtigen Prüfungen vorbereiten.

Gute Bildung ist der Grundstein für eine hoffnungsvolle Perspektive in Äthiopien. 22 Euro kostet ein Schulabschluss, der Zukunft sichert. Ein kleiner Betrag mit großer Wirkung – wie Hailes Beispiel zeigt. Er kommt seinem Traum vom Beruf als Lehrer immer näher.

Projekterweiterung

Aufgrund der Erfolge des Projektes zur Reduzierung irregulärer Migration durch Bildung, startete im August 2020 ein weiteres Projekt mit unserer Partnerorganisation KELEM, welches die Ausbildungssituation in Äthiopien verbessern soll, um die irreguläre Migration weiter zu reduzieren. Da die meisten Auswander_innen durch den Mangel an Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten aus dem Land getrieben werden und die Altersspanne zwischen 13 und 35 Jahren liegt, besteht die Zielgruppe aus arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die keine oder eine unzureichende Ausbildung erhalten haben.

Um die Ausbildungssituation zu verbessern, wird in der Stadt Kombolcha ein Schulungszentrum gebaut, das über fünf Klassenräume, einen Workshop-Trakt, der sowohl mit handwerklichen Geräten sowie mit IT-Equipment ausgestattet sein wird, eine Cafeteria, ein Verwaltungsgebäude und einen Pausenbereich mit Fußballfeldern, Volleyballnetzen, Tischtennisplatten und einigen Übungsgeräten verfügt. Auf der Grundlage einer sogenannten Bedarfsanalyse, durch welche die auf dem inländischen Arbeitsmarkt gefragten Fähigkeiten festgestellt werden, wird unsere Partnerorganisation KELEM, in Absprache mit zuständigen Behörden und Experten, insgesamt sieben Ausbildungslehrgänge mit eigens entwickelten Lehrplänen, Trainingsmaterialien und Richtlinien einrichten. So wird sichergestellt, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung erhalten, die auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt abgestimmt ist. Über 230 Jugendlichen pro Jahr erhalten somit die Möglichkeit in den sieben verschiedenen Lehrgängen ausgebildet zu werden. Die Ausbilder_innen haben mindestens einen Bachelor-Abschluss und verfügen über praktische Kenntnisse über die Art der Ausbildung, die sie vermitteln. Auch die Ausbildungen bestehen weitestgehend aus praktischen Übungen, damit die Jugendlichen und jungen Erwachsenen innerhalb der neunwöchigen Ausbildungsdauer alle wichtigen Fähigkeiten erlernen. Je nach Bedarf und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt werden z.B. Schreiner-, Schneider- und Sekretärausbildungen angeboten.

Zu Beginn des Projekts wird diese Auswahl noch einmal überprüft, um eventuell auf neuste Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt eingehen zu können. Aktuell sind die Chancen als Haushaltshilfe eine Anstellung zu finden, z.B. relativ hoch. Im Rahmen einer solchen Ausbildung würden die Jugendlichen z.B. den Umgang mit Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Geschirrspülmaschine, Staubsauger, Elektro- und Gasherd und die Pflege bei der Benutzung dieser Gegenstände erlernen. Abgesehen von dem Trainingsangebot zur Entwicklung von marktrelevanten Fähigkeiten, wird ein Bewusstseinsförderungsprogramm und ein Lebenskompetenzentraining mit in den Lehrplan integriert. So werden auch Einheiten zu beispielsweise grundlegender Kommunikationssprache oder zur Förderung von Lebenskompetenzen (z.B. Geld ansparen) angeboten. Gleichzeitig wird KELEM schon während und nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung Kontakte zwischen der Zielgruppe und Finanzdienstleistern sowie allen Arten von potenziellen Arbeitgebern herstellen. Dafür wird einmal pro Ausbildungsjahr so etwas wie ein „Tag der offenen Tür“ organisiert, bei dem potenzielle Arbeitgeber und Finanzdienstleister das Schulungszentrum besuchen können, um sich ein Bild von den Auszubildenden und deren Qualifikationen machen zu können.

Innerhalb der ca. dreijährigen Projektlaufzeit werden darüber hinaus Schulungen über die Risiken von irregulärer Migration gehalten, was die Einstellung der Zielgruppe dazu verändern soll.

Damit auch Jugendliche das Institut besuchen können, die nicht direkt aus Kombolcha stammen und die möglicherweise kein Geld haben, um sich selbst eine Wohnung zu leisten, wird ein revolvierender Fond aufgebaut. Daraus können sich die Jugendlichen Geld leihen, das sie spätestens ein Jahr nach ihrem Abschluss wieder zurückzahlen müssen. 

Weitere Links zum Thema:
Äthiopien - Anshas Geschichte


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