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Gruppenfoto vom deutsch-bulgarischen Fachkräfteaustausch, zusehen sind sieben Personen

Die Diagnose, dass das eigene Kind eine Behinderung hat, ist für niemanden eine frohe Nachricht. In Bulgarien ist die Situation besonders kritisch: Um der Diskriminierung durch die Gesellschaft zu entgehen, halten überforderte Eltern ihre Kinder mit Behinderung teils sogar zu Hause „versteckt“. Das geschieht vor allem im Falle von körperlichen Behinderungen.

Sofern sie nicht in Heime „abgeschoben“ werden, können Kinder mit geistigen Behinderungen meist am gängigen Betreuungsangebot teilnehmen. Doch entgegen der Erwartungen der Familien, können Betreuer nicht allein die Erziehung der Kinder bewerkstelligen. Letztere haben neben der hohen, ihnen übertragenen Verantwortung, auch mit fehlendem Personal und mangelnden Fortbildungsmöglichkeiten zu kämpfen. Das erschwert die adäquate Betreuung der Kinder, die besondere Aufmerksamkeit bräuchten.

In einer solch schwierigen Situation befindet sich auch der städtische Kindergarten 172 in Sofia, Bulgarien. Deswegen rief TERRA TECH zusammen mit dem lokalen bulgarischen Partner Prijateli 2006 einen Fachkräfteaustausch zwischen bulgarischen und deutschen Fachkräften der inklusiven Kindergärten ins Leben, der vor allem der Fortbildung des bulgarischen Personals dient.

Drei zentrale Aspekte stehen im Mittelpunkt des Austauschs: Einerseits sollen das Wohl und die Integration der Kinder mit Behinderung gefördert werden. Andererseits gilt es den Familien wichtige Informationen an die Hand zu geben: Wie gehe ich im Alltag mit der Behinderung meines Kindes um? Wie kann ich es in seiner Entwicklung fördern? Hilfsangebote wie Elternabende zum Erfahrungsaustausch und Selbsthilfegruppen sollen die Eltern künftig unterstützen und ihnen Mut machen, damit das Zusammenleben besser gelingt. Denn für die Kinder sind die Eltern unersetzliche Bezugspersonen. Darüber hinaus ist es unabdinglich, die Gesellschaft für die Thematik der Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren, um so diskriminierendes Verhalten zu reduzieren.

In Deutschland konnte in Hinsicht auf die Integration der Betroffenen in die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise schon vieles zum Besseren verändert werden. Das erworbene Wissen hilft nun den bulgarischen Fachkräften, um die örtliche Betreuungssituation zu verbessern. So werden dem Fachpersonal beispielsweise Methoden zur besseren Integration der Kinder vermittelt. Auch wird im Zuge der Sensibilisierung der Gesellschaft ein Training im Bereich Öffentlichkeits- und Medienarbeit organisiert. Im Gegenzug können die Bulgaren den Deutschen in der medizinischen Betreuung als Vorbild dienen – die ist in Bulgarien stärker im Alltag der Kinder mit Behinderung verankert.

Bei der Wissensteilung ist zu beachten, dass die bulgarischen Fachkräfte unter ganz anderen Voraussetzungen arbeiten - vor allem in Bezug auf finanzielle Mittel und adäquate Ausstattung des Kindergartens. Auch die allgemeine Struktur des Sozialwesens unterscheidet sich deutlich vom deutschen System. So gibt es in Bulgarien beispielsweise kein Jugendamt, dass Kindeswohlgefährdungen in Familien erkennt und im Notfall Maßnahmen ergreifen kann. Es muss also stets eine Adaptation an die örtlichen Umstände stattfinden.

Der Fachaustausch findet in Zusammenarbeit mit dem integrativen Kinderzentrum „Weißer Stein“ in Marburg statt. Auch das Kerstin-Heim e.V., ein Marburger Internat mit Sonderschule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung, und das Jugendamt Marburg sind an dem Projekt beteiligt. Bis 2020 sind insgesamt fünf Austausche zwischen dem Fachpersonal des Kindergartens in Bulgarien und dem deutschen Kinderzentrum „Weißer Stein“ geplant. Die Finanzierung ist durch Aktion Mensch gesichert.

Der nächste Austausch ist für Febraur 2019 geplant, wenn eine bulgarische Abordnung nach Marburg kommt. Dieser Besuch knüpft an zwei vorherige Austausche an. Im Februar 2018 fand ein fachlicher Austausch zum Thema Inklusion von Kindern mit Behinderung zwischen den Fachkräften aus Bulgarien und Deutschland in Marburg statt. Dieser gegenseitige Wissenstransfer wurde bei einem zweiten Treffen in Sofia im Mai 2018 fortgesetzt.

 

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