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Foto: selbstbewusstes Mädchen auf einem Fußballplatz

Clara ist 16 Jahre alt. Mit ihrer Familie, Mutter, Vater und drei Schwestern, lebt sie am Rande der Mülldeponie in Zaachila Oriente im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Oaxaca gilt als zweitärmster Bundesstaat in Mexiko. Im Jahr 2014 lebten 2,5 Millionen Bewohner_innen unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind die Bewohner_innen der Slums. Ihre Wohngebiete wachsen unaufhörlich am Rand der Mülldeponien.

Auch viele der über 18.000 Einwohnern von Zaachila Oriente leben neben und vom Müll. Die angrenzende Deponie ist die einzige im Einzugsgebiet der Bundeshauptstadt Oaxaca und wird auch von 18 weiteren Gemeinden genutzt. Für viele Familien ist das Sammeln und Verkaufen von Wertstoffen die einzige Einnahmequelle. Solche Müllsammler_innen (Recycler_innen) werden marginalisiert und aus der Gesellschaft ausgeschlossen, worunter deren Kinder besonders stark leiden. Auch Clara kann davon berichten, außerdem von verseuchtem Grundwasser und einem erhöhtem Infektionsrisiko.

In diesem Umfeld erfahren Kinder und Jugendliche vor allem Gewalt und Geschlechterungleichheiten. So geben fast 70 Prozent an, in ihrer Kindheit geschlagen worden zu sein. Junge Mädchen gelten als am stärksten betroffen, da sie Opfer von geschlechtsspezifischer sowie sexueller Gewalt und Diskriminierung sind. Der Anteil an Jugendschwangerschaften beträgt beinahe zehn Prozent, weshalb betroffene Mädchen bereits vor ihrem 15. Lebensjahr die Schule abbrechen. Diese Probleme sind auf den fehlenden Zugang zu Bildungsangeboten und zur Gesundheitsversorgung zurückzuführen, aus denen sie oftmals aufgrund ihrer Herkunft ausgeschlossen werden.

Clara nimmt seit über zwei Jahren an SiKanda-Projekten teil. Sie hat beim Bau einer „Green Library“ (sicherer Lernort) geholfen und gehört bereits zur Gruppe der starken Mädchen. „Das Projekt hat mich verändert, ich war früher sehr ruhig und zurückhaltend gegenüber meinen Eltern, aber jetzt nicht mehr. Jetzt spreche ich mit ihnen, sage meine Meinung und sage ihnen, was ich für sie empfinde,“ erklärt Clara. Besonders der Zugang zu Büchern und anderen Medien ist für Clara wichtig. „Wenn ich lese, sehe ich, wie alles in meinem Kopf passiert. Mein bisheriges Lieblingsbuch ist Paulo Coelhos Veronika entscheidet sich zu sterben. Ein Roman über eine Frau in Verzweiflung, die kurz vor dem Tod steht, aber am Ende beschließt, weiterzumachen und das Leben zu umarmen.“ Außerdem hat Clara über das Projekt ein eigenes Fahrrad bekommen. „Ich fühle mich frei. Radfahren bedeutet für mich, keine Angst mehr zu haben. Es ist Freiheit. Ich weiß, dass ich es alleine schaffen kann. Dass ich selbstständig an Orte gehen kann.“ Mit dem Fahrrad erkunden Clara und ihre Geschwister auch Orte außerhalb der Nachbarschaft.

Starke Mädchen - Projektidee
Um Gewalt aktiv entgegenzuwirken und den Mädchen ein selbstbestimmtes Erwachsenwerden zu ermöglichen, haben wir gemeinsam mit SiKanda das Projekt „Gleichstellung, Gewaltprävention, Lebenskompetenz: Kinder und Jugendliche in Mexiko stärken“ gestartet. Dabei arbeiten wir direkt mit den Jugendlichen und besonders jungen Mädchen zusammen, um ihre persönliche Entwicklung zu stärken und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Der Übergang vom Mädchen- zum Jugendalter bringt körperliche und psychische Veränderungen mit sich. Jedes Jahr durchläuft eine Gruppe von 25 Mädchen eine Reihe von Vorträgen, Workshops und Aktivitäten, die das Erwachsen werden begleiten sollen. Die Angebote bieten Raum zur Selbsterfahrung. Themen sind unter anderem Anerkennung der sexuellen Rechte, sexuelle Gesundheit, Gewaltprävention, Kunst und Selbstdarstellung, Dialog, Sozialisation und Partnerschaften.

Green libraries
Durch den Bau zweier „Green Libraries“ möchten wir zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur beitragen. Das Besondere an diesen Bibliotheken ist, dass sie durch gesammelte PET-Flaschen sowie Tetra-Paks umweltfreundlich gebaut werden können. Sie werden mit Internet, kreativen Materialien, Fahrrädern und Büchern ausgestattet, sodass ein Zugang zu unvoreingenommenen Informationen vorhanden ist. Außerdem sollen sie ein sicherer Ort zum Lesen und Lernen darstellen, in dem sich Kinder und Jugendliche mit ihren Rechten, Sexualität sowie Gewaltprävention auseinandersetzen können. Darüber hinaus werden auch Lehrer_innen, Eltern und lokale Behörden durch Schulungen zu Themen wie Gewalt(freiheit) und Geschlechter(un)gleichheit sensibilisiert. Auf diese Weise können gemeinsam wirksame Strategien entwickelt werden, um langfristig die Akzeptanz von Gewalt in der Gesellschaft aufzubrechen und das Selbstbewusstsein der Betroffenen zu stärken.

Mädchen auf Fahrrädern
In den Fahrradgruppen werden Selbstachtung, Selbstbestimmung, Autonomie, Gesundheit und Sicherheit gestärkt. Fahrräder werden als ausgleichendes Element für Mädchen eingeführt, um Geschlechterstereotypen zu überwinden. Im Gegensatz zu Jungen, die bereits in jungen Jahren Fahrrad fahren, tun Mädchen dies oft nicht. Das Projekt bietet ihnen die Möglichkeit, Fahrradfahren zu lernen. So können sie Ängste hinter sich. Dadurch, dass sich die Mädchen gegenseitigen helfen, verbessern sie dabei die Beziehungen zu Gleichaltrigen. Eigene Fahrräder sorgen dafür, dass viele Mädchen die Schule nicht verpassen und sich günstiger sowie sicherer fortbewegen können. Damit sind die Fahrräder nicht nur reines Transportmittel, sie helfen den Mädchen dabei sich selbst zu finden und Freiheit genießen.

Langjährige Kooperation
Seit 2013 engagiert sich TERRA TECH in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner Solidaridad Internacional Kanda A.C. (SiKanda) in vielfältiger Weise im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Die Zusammenarbeit fokussiert sich auf die Bereiche Umwelt, Menschenrechte, Arbeitsschutz und Gesundheit. Besonders die Lebensbedingungen von Menschen, die recycelbare Reststoffe sammeln stehen im Mittelpunkt der Projekte. Der gemeinsame Startpunkt war die Verbesserung der Wohnsituation für über ein Dutzend Familien. Außerdem sind Schulen wichtige Projektpartner. Gemeinsam haben wir Schulküchen und Mensen gebaut, damit die Kinder eine warme Mahlzeit bekommen können. Zudem wurden Gemüsegärten angelegt, um gesündere Produkte für die Mahlzeiten bereitzustellen, die vom Elternkomitee zubereitet werden.

 

Weitere Links zum Thema:
Mexiko - Gemüsegärten


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