Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Teilnehmer eine Katastrophenschulung präsentieren ihre Urkunden, zu sehen sind 35 Menschen

Abgesehen von einem kleinen Landstreifen im Süden wird die Landschaft Nepals von den hohen Bergketten des Himalaya geformt. Diese anspruchsvolle Topographie und die schlechte Infrastruktur prägen das Alltagsleben im Land bis heute. Insbesondere im Fall von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Erdrutschen sind viele Gemeinden tage- bis wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten.

Deswegen ist es essentiell, auf Gemeindeebene die Kapazität zu haben, im Falle von Extremereignissen schnell und zielgerichtet zu handeln.

Schnelle Hilfe rettet Leben
Die ersten 48 Stunden nach einer Katastrophe sind die wichtigsten, um Menschenleben zu retten. Deswegen schaffen wir gemeinsam mit den gewählten, lokalen Gemeinde- und Distriktvertretungen Strukturen, die es ermöglichen, Hilfsmaßnahmen im Katastrophenfall selbst organisiert und qualifiziert durchführen zu können. Denn die ersten Helfer an einem Ort der Katastrophe sind immer die Betroffenen selbst. Zudem lassen sich die Folgen solcher Extremereignisse mittels Katastrophenschutz-Maßnahmen deutlich reduzieren. Viele dieser Maßnahmen können mit wenigen vor Ort verfügbaren Mitteln umgesetzt werden.

Ausweitung der erfolgreichen Arbeit
Daher weiten TERRA TECH und der lokale Partner International Nepal Fellowship (INF) die Katastrophenschutz-Trainings in Nepal aus. Das Projektdesign basiert auf den Erkenntnissen eines 2017-2018 sehr erfolgreich in den Distrikten Kapilvastu und Rolpa durchgeführten Pilotprojekts. Ziel ist es, möglichst viel Hilfestellung zur späteren Selbsthilfe zu geben. Die Zielgruppe umfasst die gesamte Bevölkerung der ländlichen Gemeinde Sunil Smriti im Distrikt Rolpa. Dieser Landesteil von Nepal zeichnet sich durch seine anspruchsvolle Topographie mit vielen Bergen bis zu 4.000m Höhe und steilen Tälern aus. Viele der Dorfgemeinden sind nicht an das Straßennetz angeschlossen und somit nur fußläufig zu erreichen. Im Projektgebiet leben über 28.000 Menschen. Über 50% der Bevölkerung sind Angehörige der besonders vulnerablen armen Bevölkerungsgruppen, zumeist gehören sie einer der offiziell nicht mehr existierenden niedrigen Kasten an. Angehöriger dieser Kasten erfahren noch immer Stigmatisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Geplante Maßnahmen
Direkt an den Maßnahmen und geplanten Schulungen werden die gewählten Gemeindevorstände, Polizeiangehörige, SchulleiterInnen, LehrerInnen sowie SchülerInnen, HandwerkerInnen, Freiwillige lokaler Katastrophenschutz-Gruppen und Kleinbauern und -bäuerinnen teilnehmen. Insgesamt erhalten über 700 Personen ein oder mehrere Schulungen. Basierend auf diesem Ansatz erfolgt eine Vielzahl an teils sehr spezialisierten Einzelmaßnahmen:

Aufbau und Stärkung von Katastrophenschutz-Gruppen (Disaster Action Groups)
Diese sind ähnlich einer freiwilligen Feuerwehr organisiert und schulen ihre Mitglieder in regelmäßigen Trainings. Sie leisten im Katastrophenfall Erste Hilfe, bergen Menschen und verteilen Hilfsgüter. Die Stärkung dieser Gruppen bildet eine wichtige Säule des Projekts. Für ihre Arbeit werden sie mit dem grundlegenden Equipment und Werkzeug wie Schaufeln und Zeltplanen ausgestattet.

Schaffung von Kapazitäten im Umgang mit Naturkatastrophen auf administrativer Ebene
Nepal gehört zu einem der ärmsten Länder weltweit, dementsprechend schwach sind der administrative Sektor sowie der staatliche Zivilschutz aufgestellt. Jedoch zeigte sich im Pilotprojekt, dass es in diesem Bereich auf kommunaler Ebene eine sehr große Motivation und Energie gibt, die eigenen Kapazitäten auszubauen. Dieses Engagement greifen wir in zahlreichen Trainings auf. Zu den Schulungsbereichen gehören z.B. Aufbau einer Einsatzzentrale, Anlegen von Notfalllagern, Aufbau von administrativen Notfallstrukturen, ein Frühwarnsystem, Ausarbeitung von Evakuierungspläne etc. Für lokale HandwerkerInnen gibt es zudem Trainings zum kostengünstigen Bau von erdbebensicheren Häusern.

Notfallpläne für Schulen
Das letzte große Erdbeben ereignete sich 2015 an einem Samstag. Deswegen befanden sich viele SchülerInnen glücklicherweise daheim. Zerstörungen an Gebäuden zeigen jedoch, dass die Bausubstanz oft nur sehr ungenügend gegen Erdbeben gesichert ist. Daher besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei zukünftigen Katastrophen hohe Opferzahlen in Schulen zu erwarten sind. Lehrkräfte und SchülerInnen sind daher eine vom Projektdesign explizit adressierte Zielgruppe für Schulungen im Bereich der Katastrophen-Vorsorge.

Landwirtschaftliche Trainings
Der Klimawandel manifestiert sich in Nepal insbesondere durch unregelmäßige, massive Regenfälle und Erdrutsche. Schulungen in Bereichen wie Bodenmanagement und Bepflanzung von Berghängen vermitteln Kenntnisse, die Gefahr deutlich reduzieren und von Kleinbauern leicht umgesetzt werden können.

 

 

Weitere Links zum Thema:
Nepal - HNO
Nepal - Mutter-Kind-Gesundheit


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