Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Mitglieder einer lokalen Katastrophenschutz-Gruppe, abgebildet sind 11 Personen

Abgesehen von einem kleinen Landstreifen im Süden wird die Landschaft Nepals von den hohen Bergketten des Himalaya geformt. Diese anspruchsvolle Topographie und die schlechte Infrastruktur prägen das Alltagsleben im Land bis heute. Insbesondere im Fall von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Erdrutschen sind viele Gemeinden tage- bis wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten.

Deswegen ist es essentiell, auf Gemeindeebene die Kapazität zu haben, im Falle von Extremereignissen schnell und zielgerichtet zu handeln.

Schnelle Hilfe rettet Leben
Die ersten 48 Stunden nach einer Katastrophe sind die wichtigsten, um Menschenleben zu retten. Deswegen schaffen wir gemeinsam mit den gewählten, lokalen Gemeinde- und Distriktvertretungen Strukturen, die es ermöglichen, Hilfsmaßnahmen im Katastrophenfall selbst organisiert und qualifiziert durchführen zu können. Denn die ersten Helfer an einem Ort der Katastrophe sind immer die Betroffenen selbst. Zudem lassen sich die Folgen solcher Extremereignisse mittels Katastrophenschutz-Maßnahmen deutlich reduzieren. Viele dieser Maßnahmen können mit wenigen vor Ort verfügbaren Mitteln umgesetzt werden.

Ausweitung der erfolgreichen Arbeit
Daher weiten TERRA TECH und der lokale Partner International Nepal Fellowship (INF) die Katastrophenschutz-Trainings in Nepal aus. Das Projektdesign basiert auf den Erkenntnissen eines 2017-2019 sehr erfolgreich in den Distrikten Kapilvastu und Rolpa durchgeführten Pilotprojekts. Ziel ist es, möglichst viel Hilfestellung zur späteren Selbsthilfe zu geben und vor Ort die Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Die Zielgruppe umfasst große Teile der Bevölkerung des nur schwer zugänglichen Distriks Kapilvastu im mittleren Westen von Nepal. Dieser Landesteil von Nepal zeichnet sich durch seine anspruchsvolle Topographie mit vielen Bergen bis zu 4.000m Höhe und steilen Tälern aus. Viele der Dorfgemeinden sind nicht an das Straßennetz angeschlossen und somit nur fußläufig zu erreichen. Zudem sind die höheren Berglagen Nepals besonders stark von den Auswirkungen des anhaltenden Klimawandels betroffen. Die Ernten reichen zumeist nicht mal mehr zum reinen Überleben und die Familien sind darauf angewiesen, Familienmitglieder saisonal ins Ausland zu senden, um ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Im Fall von Naturkatastrophen gibt es lokal kaum Kapazitäten, um Hilfe zu leisten und Schäden zu beseitigen. An diesem Punkt setzt das gemeinsame Projekt von TERRA TECH und INF an. Gemeinsam werden wir die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessern sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen stärken.

Moderne Landwirtschaftsmethoden
Ein wichtiges Maßnahmenpaket sind umfangreiche Schulungen in modernen Landwirtschaftsmethoden, die an den Klimawandel angepasst sind. Denn mit einfachen, lokal verfügbaren Mitteln können das Einkommen und die Nahrungsmittelsicherheit deutlich erhöht werden. Hierzu zählen zum Beispiel ein besseres Bodenmanagement, Kultivierung von Pflanzen, die widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandel sind, sowie die Weiterverarbeitung von Rohstoffen, um sie zu deutlich besseren Preisen zu verkaufen. Verbunden werden diese Maßnahmen mit "Small Business"-Schulungen und dem Aufbau von Strukturen wie Spar- und Selbsthilfegruppen, die dörflicher Ebene nachhaltig die Entwicklung von selbst verwalteten Kapazitäten fördern.

Aufbau und Stärkung von Katastrophenschutz-Gruppen (Disaster Action Groups)
Lokale Katastrophenschutz-Gruppen sind eine weitere wichtige Säule des Projektes. Diese sind ähnlich einer freiwilligen Feuerwehr organisiert und schulen ihre Mitglieder in regelmäßigen Trainings. Sie leisten im Katastrophenfall Erste Hilfe, bergen Menschen und verteilen Hilfsgüter. Die Stärkung dieser Gruppen ist ein wichtiger Baustein, um mit schneller, zielgerichteter Hilfe Menschenleben zu retten. Für ihre Arbeit werden sie mit dem grundlegenden Equipment und Werkzeug wie Schaufeln und Zeltplanen ausgestattet.

Schaffung von Kapazitäten im Umgang mit Naturkatastrophen auf administrativer Ebene
Nepal gehört zu einem der ärmsten Länder weltweit, dementsprechend schwach sind der administrative Sektor sowie der staatliche Zivilschutz aufgestellt. Jedoch zeigte sich im Pilotprojekt, dass es in diesem Bereich auf kommunaler Ebene eine sehr große Motivation und Energie gibt, die eigenen Kapazitäten auszubauen. Dieses Engagement greifen wir in zahlreichen Trainings auf. Zu den Schulungsbereichen gehören z.B. Aufbau einer Einsatzzentrale, Anlegen von Notfalllagern, Aufbau von administrativen Notfallstrukturen, Eatablierung eines Frühwarnsystems, Ausarbeitung von Evakuierungsplänen etc.

Notfallpläne für Schulen
Das letzte große Erdbeben ereignete sich 2015 an einem Samstag. Deswegen befanden sich viele Schüler_innen glücklicherweise daheim. Zerstörungen an Gebäuden zeigen jedoch, dass die Bausubstanz oft nur sehr ungenügend gegen Erdbeben gesichert ist. Daher besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei zukünftigen Katastrophen hohe Opferzahlen an Schulen zu erwarten sind. Daher gibt es für Lehrkräfte und Schüler_innen spezielle Schulungen im Bereich der Katastrophenvorsorge.

 

 

Weitere Links zum Thema:
Nepal - HNO
Nepal - Mutter-Kind-Gesundheit


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