Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Patientinnen, medizinisches Personal und TERRA TECH Mitarbeiter Frank Beutell for der Fistulaklini, zu sehen sind 27 Personen

Schwere Verletzungen während der Geburt sind in den westlichen Industrieländern heute nicht mehr an der Tagesordnung. Falls es doch zu Komplikationen kommt, werden sie in der Regel schnell und professionell betreut. In Nepal und anderen Ländern des globalen Südens sieht das anders aus.

Geburtsverletzungen
Eine Blasen-Scheiden-Fistel ist eine künstliche Verbindung zwischen dem Geburtskanal und anderen inneren Organen. Sie entsteht dadurch, dass der Fötus bei einem Geburtsstillstand auf die Knochen drückt, wodurch die Blutzirkulation des dazwischen eingeklemmten mütterlichen Gewebes unterbrochen wird. Das Gewebe stirbt und an dieser Stelle entsteht eine Verbindung zwischen den beteiligten Organen. Diese Verbindung sorgt dafür, dass Urin und Kot unkontrolliert ausgeschieden werden. Häufig sterben die Frauen und Kinder bereits an dem Geburtsstillstand. Die überlebenden Frauen erleiden fast immer die beschriebenen Geburtsfisteln.

Fehlende Betreuung und sozialer Abstieg
Frauen, die von Geburtsfisteln betroffen sind, erwartet häufig eine Zukunft voller Stigmatisierung und Ausgrenzung. Nicht selten werden sie von ihren Ehemännern und der Familie ausgeschlossen und müssen alleine leben. Unangenehme Gerüche der Wunden und die Inkontinenz, aber auch der allgemein geringe Status der Frauen haben Schuld daran. Eine schlechte Infrastruktur, begrenzte finanzielle Möglichkeiten und der Mangel an medizinischem Fachpersonal erschweren die optimale Betreuung der werdenden Mütter. Dies begünstigt die Erkrankung. Dazu kommen kulturelle Tabus, die verhindern, dass Frauen sich entsprechend informieren und Hilfe holen. Vorsorgeuntersuchungen und Beratung sind unüblich.

Schulungskrankenhaus
In Surkhet, einem der 75 Distrikte in Nepal, werden International Nepal Fellowship (INF) und TERRA TECH am 21.09.2018 feierlich ein Schulungskrankenhaus zur Behandlung von Geburtsfisteln einweihen. Die Klinik hat ihren Betrieb bereits im März 2018 aufgenommen. Neben der Behandlung von Patient_innen liegt der Fokus vor allem auch auf der Ausbildung von lokalen Fachkräften. Ärzt_innen können sich mit den komplexen chirurgischen Eingriffen vertraut machen, Pflegekräfte werden für die sehr intensive Nachbetreuung sensibilisiert. Die durchgeführten Operationen helfen den Frauen, wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen. Sie dienen auch als positives Beispiel für andere werdende Mütter und deren Familien und ermutigen diese, sich mit der Thematik von Geburtsschwierigkeiten auseinanderzusetzen.

Nachhaltige Planung
Die Einrichtung wurde auf dem Gelände des Distriktkrankenhauses gebaut. Dadurch ist die örtliche Gemeinde von Beginn an in den Betrieb des Schulungskrankenhauses eingebunden. INF wird die Entwicklung des Krankenhauses für zehn Jahre weiter begleiten und unterstützend tätig sein. Im Anschluss soll die Einrichtung in öffentliche Hände übergeben werden.

 


Weitere Links zum Thema:
Nepal - HNO
Nepal - Erdbeben


Unterstützen Sie unsere Arbeit:

TERRA TECH Förderprojekte e.V.
Sparkasse Marburg-Biedenkopf
IBAN: DE46 5335 0000 0000 0444 40
BIC: HELADEF1MAR