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Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Sechs Männer entladen einen Container mit landwirtschaftlichen Maschinen

Seit vielen Jahren führen wir Projekte in dem westafrikanischen Land Sierra Leone durch. Im Frühjahr 2019 lief auf Initiative des langjährigen TERRA-TECH-Mitglieds Dr. Karl Förster noch ein weiteres landwirtschaftliches Projekt an.

Mohammed leitet eine landwirtschaftliche Kooperative in der Nähe von Port Loko in der Nordprovinz von Sierra Leone. Vorwiegend wird Reis angebaut, in Sierra Leone das Hauptnahrungsmittel. Der Boden ist fruchtbar, vor allem das Schwemmland in den Flussauen. Aber mit den zur Verfügung stehenden einfachen Geräten und in Handarbeit lässt sich der Boden nur ungenügend bearbeiten, die Ernten bleiben mäßig. Das Halten von Zugtieren ist aufgrund verschiedener Viehseuchen nicht möglich, und die Bodenbearbeitung mit Maschinen ist nicht verbreitet. Es fehlt an der nötigen Infrastruktur. Dabei wäre eine Steigerung der Ernte wichtig, denn der Ertrag reicht nicht einmal zur Selbstversorgung der Dorfbevölkerung.

Erste Erfolge sind sichtbar
Hier setzt das Projekt von TERRA TECH an. Auf Initiative von Dr. Karl Förster und seiner Familie wurde ein Projekt im Bereich der Nahrungsmittelversorgung begonnen. Bereits im Frühjahr 2019 wurden gebrauchte landwirtschaftliche Maschinen nach Sierra Leone gebracht und auf den Reisfeldern eingesetzt. Erstmalig war auf diese Weise die tiefgründige Bearbeitung von 2000 Hektar Schwemmland möglich. Die somit erzielte Reisernte war ausgezeichnet, Mohammed und die Dorfbevölkerung waren überglücklich. Eine räumliche Ausdehnung des Projekts im nächsten Jahr ist möglich, denn genügend fruchtbares Land steht zur Verfügung.

Das Projekt wird auch auf einer anderen Ebene fortgeführt: um die notwendigen Wartungsarbeiten durchzuführen, reist im Frühjahr 2020 ein Landmaschinenmechaniker nach Sierra Leone. Perspektivisch wird eine Schulungswerkstatt aufgebaut, in der die Maschinen von einheimischen Kräften gewartet werden können. Neben Reis werden weitere Nutzpflanzen wie Cassava (Maniok), Erdnüsse und Gemüse angebaut. Ebenso sind Bewässerungskanäle geplant, sodass bei gutem Erfolg zwei Ernten im Jahr eingebracht werden können. Zudem werden Vorratssilos zur sicheren Aufbewahrung der Ernte gebaut. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass die Menschen in Mohammeds Dorf nicht nur ihren eigenen Bedarf decken können, sondern sogar Reis auf den Märkten verkaufen werden kann. Wenn sich das Leben auf dem Land wieder lohnt, wird langfristig der Landflucht wirksam begegnet. Mohammed und die ganze Dorfgesellschaft schauen voller Optimismus in die Zukunft.

Schwierige Ausgangslage
Sierra Leone gehört traditionell zur Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder der Erde (least developed countries). Die Landwirtschaft ist ein prägender Faktor in der Ökonomie Sierra Leones. 2007 trug die Landwirtschaft 58% zum Bruttoinlandsprodukt (GDP) bei. Rund 85% der Bevölkerung sind in der Subsistenzlandwirtschaft tätig. Das Hauptprodukt der erzeugten Lebensmittel ist Reis, sowohl als Sumpfreis als auch als Trockenreis (Upland Rice). Daneben werden Mais, Maniok (Cassava), Hirse, Süßkartoffeln, Jams und Erdnüsse angebaut. Als sogenannte „cash crops“ für den Export gelten Kaffee und Kakao. Eine Pflanze mit zunehmender Bedeutung ist die Ölpalme. Sie wird mittlerweile auf riesigen Flächen angepflanzt, um den weltweiten Bedarf an Bio-Treibstoff zu decken. Ebenfalls zur Erzeugung von Bio-Benzin wird der Anbau von Zuckerrohr betrieben. Der Ertrag aus diesen Exportpflanzen ist vom Weltmarkt abhängig und wird meistens von großen, international tätigen Firmen geschluckt. Nur wenig kommt bei den Erzeugern an. Außerdem verbraucht der Anbau von Exportpflanzen landwirtschaftliche Fläche, die nicht mehr für die Erzeugung von Nahrungsmitteln für die eigene Bevölkerung zur Verfügung steht. Obwohl viele Menschen in der Landwirtschaft tätig sind, ist das arme Land mittlerweile gezwungen, Nahrungsmittel zu importieren. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte Sierra Leone zu den Staaten, die Reis exportieren konnten! In den 90er Jahren kam die landwirtschaftliche Tätigkeit infolge des Bürgerkriegs in weiten Gebieten zum Erliegen, aber auch in der Zeit danach hat die Erzeugung von Nahrungsmitteln nie wieder die Vorkriegsdimensionen erreicht.

 

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