Hilfe braucht Ideen

Foto: Mädchen lachend in Sierre Leone - Link zum Spendenformular

Foto: Collage mit Fotos von Shaima bei verschiedenen Vorträgen

Ich heiße Shaima Ghafury und komme aus Afghanistan. Ich wohne seit 1992 in Marburg. Ich bin mit Noor M. Ghafury verheiratet und wir haben vier Kinder. Mit unseren drei lieben Schwiegersöhnen haben wir sieben Kinder.

Ich arbeite seit ca. 20 Jahren als Sozial- und Schuldnerberaterin beim Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen e.V. (BSF). Für diese Stelle habe ich gekämpft. Nach der Beendigung meiner Arbeit im Frauenhaus Marburg im Jahr 1998 bin ich zur Frauenbeauftragten der Stadt Marburg gegangen und habe ihr vorgeschlagen, dass auch migrantische Frauen eine Frauenbeauftragte brauchen. Denn diese haben besondere Probleme und Herausforderungen. Das war damals eine gewagte Forderung, die für Verwunderung sorgte. Aber dann wurde ich gefragt, ob ich am Frauentag (8. März) einen Vortrag über die Situation von Migrantinnen in Marburg halten kann. Das war das erste Mal überhaupt, dass den Problemen von Migrant_innen im Marburger Rathaus der Weg geöffnet wurde. Viele Frauen kamen zum Vortrag und die Themen von Migranten hatten ein öffentliches Gehör bekommen. Mein Vorschlag als Frauenbeauftragte für migrantische Frauen zu fungieren wurde aber abgelehnt. Ein Grund dafür waren Befürchtungen, dass eine Beratungsstelle für Migranten im Rathaus dort zu vielen Besuchen von Migranten führen könnte und dies für die Öffentlichkeit nicht gut wäre. Die gesamte Situation war damals so. Migranten lebten damals tatsächlich im Rande der Gesellschaft. 1999 trat ich eine ABM-Stelle (eine Stelle finanziert vom Arbeitsamt und der Stadt Marburg) für die Belange von Migranten beim BSF e.V. an. Später absolvierte ich bestimmte Fortbildungen auch außerhalb Marburg und seitdem arbeite ich für die Bewohner am Richtsberg, unabhängig von deren Nationalität, als Sozial- und Schuldnerberaterin. Seit 2015 bin ich außerdem Ombudsfrau für die Belange der Flüchtlinge in der Stadt Marburg.

Ich engagiere mich auch ehrenamtlich – seit 25 Jahren als Vorsitzende der Initiative afghanischen Hilfswerk (IAH). Als in Afghanistan der Bürgerkrieg ausbrach, musste unsere Familie im 1992 das Land verlassen und wir landeten in Deutschland. 1994 gründeten wir mit der Unterstützung des „Dritte Weltladens“ in Marburg den Verein IAH e.V. Die Vereinsarbeit erfolgt in zwei Richtungen:

  1. Arbeit für Afghanistan: Frauen- und Bildungsarbeit für Kinder und Frauen
  2. Arbeit in Deutschland: Integration und Positionierung der Migranten in der Gesellschaft
    Durch die Aktivitäten unseres Vereins haben wir seit 1994 schon einiges für die Migranten in Marburg erreicht. Wir konnten Interesse für die Situation von migrantischem Leben und die damit zusammenhängenden Probleme schaffen. Die erste Idee für Kinderbetreuung während Deutschkursen stammt von den ehrenamtlichen Deutschkursen, die IAH organisiert hat. Auch die Idee des Frauenschwimmens war unsere.

Woraus ich meine Motivation ziehe? Ein altes Sprichwort in unserer Heimat lautet: „Wenn du stehst, gib die Hand dem, der liegt.“ Dies ist mein Lebensmoto. Mein Engagement gibt mir Ruhe, Zufriedenheit, ein reines Gewissen und viel Wissen. Ich arbeite mit großer Leidenschaft mit Menschen.

Natürlich gab es auch Zeiten, in denen es schwerfiel. Aber ich habe nie die Hoffnung verloren und immer gekämpft. Ich glaube ein guter Grund dafür war und ist, dass ich meinen Mann immer an meiner Seite habe. Er hat mich immer auf meinem Weg unterstützt. Ich freue mich darüber, dass ich die Möglichkeit in meinem Leben hatte, anderen zu helfen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich meine Arbeit in Afghanistan weiterführen kann und dadurch noch effektiver Frauen und Kinder vor Ort unterstützen kann.

Ich möchte die Menschen dazu motivieren, sich für höhere Ziele einzusetzen. Mit Motivation, Entschlossenheit und harter Arbeit kann das Unmögliche möglich gemacht werden. Eine gesellschaftliche Umwandlung braucht solche engagierten Menschen. Die menschliche Kette braucht immer neue Kräfte, um heil, liebenswert und friedlich bleiben zu können. Jeder Mensch ist Teil dieser Kette. Jeder kann ihr Energie und Liebe schenken. Letztendlich jeder kann davon profitieren.

Shaima Ghafury bezeichnet sich selbst als „aufmüpfige“ Frau. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen:

  • 1978: Goldene Medaille für den besten Lernerfolg in Bulgarien
  • 1981: Medaille für „Bulgariens bester Absolvent des Jahres“ in Bulgarien
  • 2010: Auszeichnung als aufmüpfige Frau des Jahres 2010 seitens der Stiftung „Aufmüpfige Frauen“ in Dortmund.
  • 2012: Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
  • 2012: Stadtsiegel der Stadt Marburg für Integrationsarbeit

Weitere Links zum Thema:

Afghanistan - Schulbau


 


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