Ein Jahr nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien

Am 06. Februar 2023 bebte im türkisch-syrischen Grenzgebiet die Erde. Dabei sind mehr als 52.000 Menschen ums Leben gekommen, ganze Dörfer wurden zerstört. Jetzt, ein Jahr später, prägen noch immer Schuttberge das Straßenbild. Ein Wiederaufbau ist vielerorts so kaum möglich. Stattdessen leben viele Menschen dauerhaft in Containern.

Die Armut nimmt zu

Für die Region um Gaziantep zeichnet der Partnerverein Nar Sanat ein düsteres Bild: Vor allem in marginalisierten Gruppen, zum Beispiel den syrischen Geflüchteten und den Kurd*innen, nimmt die Armut zu. Besonders leiden Frauen. Sie tragen die größte Last der häuslichen Verantwortung und wurden als erste arbeitslos. Anstatt in der Schule zu lernen, müssen Kinder in einigen Stadtteilen arbeiten gehen.

Rückblick auf die ersten Hilfsmaßnahmen

„In den ersten Tagen haben wir uns vor allem auf die Verteilung von Lebensmitteln, Winterbekleidung, Decken und Schlafsäcken konzentriert“, erklärt Nothilfe-Koordinator Daniel Mayer. Zudem wurden 150 Zelte und 20.000 Liter Trinkwasser verteilt. Von dieser schnellen Hilfe profitierten rund 11.500 Menschen in den Gebieten rund um Malatya, Ören, Adiyaman, Kahramanmaraş, Pazarcık, Ganziantep. Nun werden aber langfristig angelegte Projekte benötigt, um den Wiederaufbau zu fördern und Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Ein Kulturverein wird zur Anlaufstelle für die Nothilfe

Derzeit setzt TERRA TECH gemeinsam mit vier Partnerorganisation sehr vielfältige Ideen um. „Wir stärken vor allem lokales, zivilgesellschaftliches Engagement“, erläutert Mayer. Die schlimme Katastrophe hat viele Akteure vor neue Herausforderungen gestellt. Mit Nar Sanat wurde beispielsweise ein Kulturverein zum Anlaufpartner für Nothilfe. „Diese Initiativen kennen die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen sehr genau und leisten bedarfsgerechte Hilfe, auch dort wo staatliche Strukturen versagen. Wir unterstützen unsere Partner*innen bei den Hilfsmaßnahmen und trainieren sie langfristig, um für künftige Katastrophen besser gewappnet zu sein“, so Mayer.

Wie eine Brotfabrik eine Gemeinde stärkt

Ein Schwerpunkt in den Projekten ist die Traumabewältigung. Kinder aus Flüchtlingsfamilien erhalten Bildung und spielerische Ablenkung in Form von Chor- und Theaterprojekten. In Ören entsteht eine genossenschaftliche Brotfabrik. Vor Ort wurden viele Bäckereien zerstört. Daher muss Brot von weit entfernten Produzent*innen gekauft werden. Dieses kostet mehr und ist weniger frisch. „Eine eigene Brotproduktion aus lokalem Weizen entlastet die Haushaltskassen von Familien und stärkt Bäuer*innen. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze für Frauen. Das haben die Dorfbewohner*innen so entschieden, um die Bedürftigsten aus ihrer Mitte zu unterstützen“, erklärt Mayer.

Hintergrund Erdbeben

Am frühen Morgen des 06. Februars 2023 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 den Süd-Osten der Türkei und Teile Syriens. Kurz darauf bebte in der türkischen Provinz Gaziantep die Erde mit einer Stärke von 6,7. Es folgten zahlreiche Nachbeben sowie zwei Wochen später nocheinmal zwei Erdbeben.

Erdbeben - Ursachen, Folgen & unser Einsatz

TERRA TECH leistete bereits unmittelbar nach den Beben Soforthilfe. Doch auch jetzt, ein Jahr später, leidet die Bevölkerung noch unter den Folgen. Im Wiederaufbau gibt es noch viel zu tun. Bitte helfen Sie den Menschen vor Ort mit Ihrer Spende!

Spendenkonto:

TERRA TECH
Stichwort: Erdbeben Türkei und Syrien
IBAN: 
DE46 5335 0000 0000 0444 40 (Sparkasse Marburg-Biedenkopf)