Ca. 80% der Bevölkerung Kenias lebt in ländlichen Gebieten. Mehr als die Hälfte der Menschen leidet unter Armut. Vor allem in den ruralen Regionen Kenias ist der Zugang zu der Gesundheitsversorgungen schwierig. Die unzureichende Infrastruktur verhindert eine schnelle Behandlung von Krankheiten. Vorbeugung und eine zügige medizinische Versorgung sind jedoch besonders wichtig in Zeiten, in denen aufgrund des zunehmenden Aufeinandertreffens von Mensch und Tier neue Krankheiten auftreten und Infektionsrisiken steigen.

Hilfe über den One-Health-Ansatz

 

Etwa zwei Drittel der bekannten Infektionskrankheiten des Menschen werden durch Tiere übertragen. Die meisten neu auftretenden Krankheiten werden mit dem Aufeinandertreffen von Wildtieren und Menschen in Verbindung gebracht. Aufgrund von Waldrodung, Siedlungsausweitung und Klimawandel nehmen die Begegnungen zwischen Mensch und Tier zu. Das jüngste Beispiel für die Risiken dieses Wandels ist die COVID-Pandemie, die durch die Übertragung eines Virus von Tieren auf Menschen ausgelöst wurde. Der One Health-Ansatz konzentriert sich auf die gesundheitlichen Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Umwelt. Um der Ausbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken und präventiv handeln zu können, setzen wir den One Health-Ansatz mit unserem lokalen Partner CIVS Kenia um.

Gesundheit und Risiken in Kisumu County

 

In den Kano Plains in Kisumu County findet sich eine der ärmsten Regionen Kenias. Die dort lebende Bevölkerung hat keinen gesicherten Zugang zu grundlegenden Gesundheitseinrichtungen oder medizinischer Versorgung. Die mangelnde Gesundheitsversorgung zeigt sich beispielsweise am unzureichenden Zugang zu Tollwutimpfungen und –behandlungen und dem Mangel an Antibiotika. In der Bevölkerung besteht ein erhöhtes Risiko, sich durch Tierhaltung mit Krankheiten anzustecken, da die meisten Menschen auf dem Land einen eigenen Viehbestand haben. Die Menschen wissen jedoch nicht, wie Krankheiten entstehen, sich verbreiten und behandelt oder vorgebeugt werden können. Somit bestehen weitere Krankheits- und Infektionsrisiken beispielsweise durch die Verwertung von unbekannten tierischen Produkten zu Nahrung. Über häusliche hygienische Praktiken zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten herrscht weitestgehend Unwissenheit. Die Kombination aus mangelnder gesundheitlichen Versorgung und der unaufgeklärten Bevölkerung birgt ein hohes Risiko für die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Mensch.

Wissen verbreiten – Krankheiten eindämmen

Das Ziel unseres Projektes ist eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Gesundheit für die Bevölkerung in Kisumu County zu erreichen. Um die direkten Folgen der COVID-19 Pandemie in Kisumu County abzumildern, versorgen wir zusammen mit unserem lokalen Partner CIVS Kenia 3.600 gefährdete und marginalisierte Menschen wie Frauen, Kinder, ältere und beeinträchtigte Personen, mit Hilfsgütern.

Aufgrund der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine erschwert eine hohe Inflationsrate in unserer Projektregion die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Um die Folgen abzumildern, versorgen wir daher gemeinsam mit unserem lokalen Partner täglich 200 Waisenkinder mit Nahrung.

In den drei Gemeindecentern in der Projektregion findet die Verteilung der Hilfsgüter statt. Dort werden zudem 100 Community Health Workers im One-Health-Ansatz ausgebildet. Sie werden über Infektionswege und Ansteckungsgefahren, Lebensmittelsicherheit und Bekämpfung von Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden aufgeklärt und verbreiten das Wissen in der Gemeinde. Die Community Health Worker werden als Ansprechpartner*innen für die Überweisung an formale Gesundheitseinrichtungen eingesetzt. Ihr Wissen trägt dazu bei, das Gesundheitsbewusstsein in den Gemeinden zu erhöhen, was zu einer Reduktion von Risiken und Ausbreitung von Infektionen führt. Zudem werden die Dienstleistungen für die lokale Bevölkerung verbessert, indem die Verbindung zu Gesundheitseinrichtungen gestärkt wird.